Um die Verfügbarkeit der Produkte zweier Lieferanten zu 90% sicherzustellen, wurde eine Beschaffungs- und Lagerstrategie erarbeitet, in einer Simulation überprüft und bestätigt. Auch die Prozesse, Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Handelswarenbeschaffung wurden neu gestaltet.

Ausgangssituation
Der Kunde hat eine Vision einer Fixed Time to Customer, in welcher der Großteil aller Aufträge ausgeliefert werden sollen. Zur Erreichung dieses Ziels sind u.a. die Handelswaren erfolgskritisch. Zwei der Handelswaren- Lieferanten weisen ein äußerst niedriges Niveau der Liefertreue auf. Auch die Wiederbeschaffungszeit ist mit 6-12 Monaten sehr lange. Dies wirkt sich direkt auf die Liefertreue gegenüber den eigenen Kunden aus und dadurch geht auch bereits Umsatz verloren. Zudem besteht wenig Transparenz über den bisherigen Bestellprozess und die derzeitige Bestandsstrategie. Es besteht intern das Gefühl, dass der Bestand eher zu hoch ist - jedoch aber die falschen Waren auf Lager sind. Dazu war es nun notwendig Maßnahmen zur Optimierung der Liefertreue bzw. der Produktverfügbarkeit zu entwickeln.

Ziele

  • Verbesserung der Lieferanten-Liefertreue
  • Festlegung der Bevorratungs- und Lagerstrategie
  • Gestaltung der Lieferanten- / Abnehmerbeziehung
  • Steigerung der internen Dispoqualität

Umsetzung
Im Zuge der Ist-Analyse wurden folgende Komponenten bzw. Einflussfaktoren analysiert: Prozesse, Handelswaren, Kunden und Lieferanten. Danach wurde eine für den Kunden optimale Dispositions-, Beschaffungs- und Bevorratungsstrategie entwickelt. Ein Soll-Prozess wurde definiert und Aufgaben und Verantwortlichkeiten neu fixiert. Um die Wirksamkeit dieser Strategien festzustellen, wurde ein Simulations-
modell entwickelt. Dort wurden Vergangenheitswerte eingespielt und getestet, ob eine Verfügbarkeit von mindestens 90% erreicht wird. Gleichzeitig durfte der Lagerstand den derzeitigen Wert nicht übersteigen. Zur Erhöhung der Liefertreue der beiden Lieferanten wurden Maßnahmen zur Erhöhung der subjektiven Wichtigkeit unseres Kunden bei deren Lieferanten entwickelt. Auch die logistische Vertragsgestaltung wurde überarbeitet. Abschließend wurde ein Maßnahmenplan zur Umsetzung der entwickelten Strategien festgelegt.

Ergebnis
Für die Handelswaren wurde eine Beschaffungs- und Lagerstrategie entwickelt, durch die eine 90%ige Verfügbarkeit der Waren sichergestellt wird. Durch das Simulationsmodell konnte auch bewiesen werden, dass dabei der derzeitige Lagerstand nicht erhöht wird. Um eine reibungslose Abwicklung bzw. Verfolgung der Bestellungen sicherzustellen, wurde der Beschaffungsprozess neu definiert und um eine koordinierende und handelswarenverantwortliche Stelle - Disposition - erweitert. Zahlreiche Vorschläge zur Erhöhung der subjektiven Wichtigkeit wurden entwickelt - z.B. ein Agent vor Ort. Um die Disposition zu erleichtern wurde ein bereits bestehendes Tool des Kunden für den Bereich der Handelswaren angepasst. Dies liefert Unterstützung für die Bestimmung der Planmengen bzw. auch zur Plausibiltätsprüfung der Planzahlen des Vertriebs. Abschließend wurde ein Maßnahmenplan zur Umsetzung der entwickelten Strategien festgelegt.

Arbeitsstunden
850

Projektleitung
Verein Netzwerk Logistik, http://www.vnl.at

Unternehmen
Institut für Logistik, http://www.institut-logistik.at

Kontakt
Petra Prammer, petra.prammer(at)vnl.at

Bereich
Produktion

Themenfeld
Optimierungskonzepte