Logistik Lounge: Networking Event @ Ronal
19.04.12VNL Forum: Supply Risiko Transfer, DnB
07.06.12Best Practice Tag und VNL GV @ Georg Fischer
Die Projektarbeit befasste sich im Wesentlichen mit der Frage nach den Voraussetzungen und den Maßnahmen für eine funktionierende produktionssynchrone Beschaffung. Die beiden Hauptsäulen, auf denen das Projekt aufgebaut wurde, waren das Just-in-Time-Konzept und das Synchrone Produktions-
system (SPS) welche vor allem in Verbindung mit den Methoden der Teile- und Lieferantenauswahl und den verschiedenen Varianten der Bedarfsermittlung von Zukaufteilen diskutiert und bearbeitet wurden.
Ausgangssituation
Die Beschaffungslogistik spielt eine zentrale Rolle, um auf kundenspezifische Aufträge möglichst rasch reagieren zu können. Je kürzer sich die Wiederbeschaffungszeiten gestalten lassen, desto flexibler kann die Produktion auf Änderungen reagieren. Der Just-in-Time Ansatz trägt einen wesentlichen Beitrag zur Reaktionsfähigkeit der Unternehmen bei. Durch die Synchronisation der Produktion mit der Beschaffung auf Basis eines ziehenden Prinzips, ist eine bestandsarme Fertigung mit kurzen Durchlaufzeiten und einer hohen Lagerdrehzahl zu erreichen. Um diesen Zustand zu realisieren, führte das Unternehmen ein konzernweites Veränderungsprojekt ein, das auf den Methoden und Prinzipien des Toyota Produktionssystems basiert. Durch die optimale Abstimmung von Mensch, Maschine, Material und Markt ist es möglich, dauerhaft erfolgreich zu sein.
Ziel
Das Ziel des Projektes war es, die organisatorischen und methodischen Voraussetzungen für eine produktionssynchrone Beschaffung darzustellen. Darauf basierend wurden Instrumente vorgestellt, mit deren Einsatz es möglich ist, die beschaffungslogistischen Auswirkungen auf das Lager und die Produktion zu analysieren. Es soll eine Entscheidungsgrundlage geboten werden, wann zentrale bzw. dezentrale Lieferabrufe getätigt werden sollen und welchen Effekt dies auf das Unternehmen hat. Besonderes Augenmerk wird vor allem auf die Teileauswahl, die Lieferantenauswahl und die Möglichkeiten der Materialdisposition gelegt.
Umsetzung
Um eine produktionssynchrone Beschaffung zu realisieren, sind mehrere wesentliche Faktoren zu beachten. Am Beginn der Vorbereitungen jeder Just-in-Time Beschaffung, stehen die Lieferanten- und Teileauswahl. Es sind von der ABC- XYZ-Klassifizierung, über logistische Eignungsanalysen, bis zur Lieferantenklassifizierung mehrere Instrumente vorgestellt worden, die zwingende Voraussetzungen zum Erkennen der Optimierungspotentiale darstellen. An Hand dieser Identifizierung wird die Strategie der Vorgehensweise bestimmt. AX-, AY- und BZ- Teile sind für eine einsatzsynchrone Beschaffung am besten geeignet. Aufgrund ihrer hohen Wertigkeit und der guten Bedarfsvorhersage, sind hier die größten Rationalisierungspotentiale auszumachen. Bei BY- Teilen sind diese Potentiale erst nach einer genaueren Analyse der logistischen Eignung festzustellen. AZ- und BZ- Teile sind aufgrund ihrer hohen Verbrauchsschwankungen ausschließlich bei bereits vorhandenen Kundenaufträgen zu beschaffen. C- Teile jeder Art sind verbrauchsorientiert zu beziehen. Die geringen Kosten einer ausreichenden Bevorratung, sind jenen eines Produktionsstillstandes durch Fehlteile zu bevorzugen. Diffiziler wird diese Beschaffungsstrategie bei der Auswahl der geeigneten Dispositionsmethode. Es kann festgestellt werden, dass bei verbrauchskonstanten Teilen, deren Variantenvielfalt sich im Rahmen hält, eine stochastische Materialbedarfsermittlung mittels Kanban der Vorzug zu geben ist. Begründet wird diese Aussage mit der verbesserten Effizienz und Effektivität dieser Beschaffungsmethode. Der jeweilige Bedarf orientiert sich ausschließlich auf Ist- Daten und ist keinen Prognoseverfahren von PPS- Systemen unterworfen. Routineaufgaben wie Dispositionen von Zukaufteilen oder das Generieren von Bestellungen können in die Produktion verlagert werden. Durch dezentrale Lieferabrufe können Kapazitäten im Einkauf freigesetzt werden, die für eine forcierte strategische Beschaffung oder ein verbessertes Logistikcontrolling eingesetzt werden können. Die Produktion erhält durch die Selbststeuerung und Selbstorganisation eine Erweiterung ihrer Kompetenzen, die für kontinuierliche Verbesserungen erforderlich sind. Durch eine Kooperation der Just-in-Time- Prinzipien mit den Fähigkeiten eines PPS- Systems, ist es möglich, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens weiter zu erhöhen. Der Einsatz eines ERP- Systems trägt wesentlich zu einem verbesserten internen und externen Informationsfluss bei. Bestätigt wird diese Theorie, durch die in der Praxis durchgeführte Analyse der Logistikprozesse der Hydraulikzylinder, mit Hilfe des Lager- Durchlaufdiagramms. Trotz der deterministischen Bedarfsermittlung der Teile, durch bereits vorhandene Kundenaufträge im PPS- System, sind Unregelmäßigkeiten bei der Beschaffung aufgetreten. Die durchschnittliche Reichweite der Zylinder für den verbrauchskonstanten Maschinentyp, beträgt im Auswertungszeitraum knapp drei Wochen inklusive Konsignationslager. Mit dieser Reichweite wären kanbangesteuerte Lieferabrufe ohne Bestandserhöhung möglich. Durch eine weitere Forcierung der Produktionsnivellierung, ist auch bei den Zylindertypen für die Abkantpresse eine Beschaffung mittels Kanban möglich. Durch die Anwendung des Trichtermodells und des Liefer- Durchlaufdiagramms, sind sämtliche Auswertungen der Logistikprozesse von Eigenfertigungs- und Zukaufteilen möglich. Es können die Ursachen für sämtliche Betriebszustände ausgewertet und darauf basierend auf teile- bzw. lieferantenspezifische Charakteristika geschlossen werden. Welche Teile sind akute Fehlteile? Wie hoch ist die durchschnittliche Leistung bzw. der durchschnittliche Zugang? Wie steht es um die Termintreue der Lieferanten und der meines Unternehmens? Welche Teile sind verbrauchskonstant und wie hoch ist der durchschnittliche Lagerbestand? All diese beispielhaften Fragestellungen können zu jeder Zeit für jedes beliebige Teil beantwortet werden.
Ergebnis
Als Ergebnis konnte festgestellt werden, dass bei verbrauchskonstanten Teilen, mit einer geringen Variantenvielfalt, einer stochastischen Materialbedarfsermittlung mittels Kanban der Vorzug zu geben ist. Begründet wird diese Aussage mit der verbesserten Effizienz und Effektivität dieser Beschaffungsmethode. Der jeweilige Bedarf orientiert sich ausschließlich auf Ist-Daten und ist keinen Prognoseverfahren von PPS-Systemen unterworfen. Routineaufgaben wie Dispositionen von Zukaufteilen oder das Generieren von Bestellungen können in die Produktion verlagert werden. Durch die Anwendung des Trichtermodells und des Liefer-Durchalufdiagramms, sind sämtliche Auswertungen der Logistikprozesse von Eigenfertigungs- und Zukaufteilen möglich. Es können die Ursachen für sämtliche Betriebszustände ausgewertet und darauf basierend auf teile- bzw. lieferantenspezifische Charakteristika geschlossen werden, die für die Auswahl von Kanbanteilen entscheiden sind.
Arbeitsstunden
keine Angaben
Projektleitung
DI (FH) Bernhard Zipko, http://www.at.Trumpf.com
Unternehmen
TRUMPF Maschinen Austria GmbH & CO KG, http://www.at.Trumpf.com
Kontakt
DI Roland Schmidt, http://www.fh-steyr.at
Bereich
Maschinen- & Anlagenbau
Themenfeld
Beschaffung


