Logistik Lounge: Networking Event @ Ronal
19.04.12VNL Forum: Supply Risiko Transfer, DnB
07.06.12Best Practice Tag und VNL GV @ Georg Fischer
Das Schweizer Unternehmen Oerlikon Contraves führte innerhalb von rund zwei Jahren das WAY-Konzept der Wassermann AG ein. Das WAY-Konzept beschreibt das Grundprinzip der ganzheitlichen Planung, Steuerung und Optimierung komplexer Supply Chains um gezielt die Termintreue von Industrieunternehmen zu steigern, die Durchlaufzeiten und Bestände zu reduzieren und ihre Ertragslage nachhaltig zu verbessern.
Ausgangssituation
Oerlikon hatte das Problem der ständig wachsenden Terminrückstände. Sämtliche Rückstände aus der Fertigung wurden beim ERP-Lauf mit den benötigten Kapazitäten in der ersten Planungswoche eingeplant und somit entstand ein unrealisierbares Programm für den geplanten Zeitraum. Weiters gab es keine Kundenprojekt-
übersicht mit der es möglich war die einzelnen Fertigungsaufträge eines Kunden zu verfolgen. Rund 24 Mitarbeiter waren Vollzeit als Terminjäger mit dem Suchen und Finden von Werkteilen mit Hilfe von Fehllisten verantwortlich. Es war auch keine Simulation möglich wobei im Vergleich mit vergangenen Projekten die zukünftige Entwicklung hätte simuliert werden können.
Ziel
Ziel des Projektes der Einführung des WAY-Konzeptes war es, eine rückstandsfreie Planung zu ermöglichen, termingerechte Teileversorgung sicherzustellen, vorlaufende Engpassplanung möglich zu machen, marktgerechte Durchlaufzeiten vereinbaren und einhalten zu können und die Simulation von Projekten in der Offertphase zu realisieren. Weiters war es Ziel die Lagerbestände zu reduzieren und die Produktivität der Fertigung um 2 % zu erhöhen. Geplant war ebenfalls eine Reduktion der Terminjäger um 38 % auf 15 Mitarbeiter. Ganzheitliche Terminverantwortung und durchgängige Auftragstransparenz waren ebenfalls Ziele bei diesem Projekt.
Umsetzung
Im November 2001 wurde ein Pflichtenheft erstellt, welches die Anforderungen des Unternehmens detailliert darstellte. Mit Hilfe dessen wurde eine so genannte "Longlist" mit 10 Anbietern erstellt welche dann auf Basis von festgelegten Kriterien auf eine "Shortlist" mit nur mehr zwei Bewerber reduziert wurde. Mit Hilfe eines in der Rüstungsindustrie üblichen "Shoot-outs", wobei zwei Konkurrenten direkt gegeneinander antreten und eine Aufgabe lösen müssen, entschied sich Oerlikon innerhalb von zwei Monaten für die Wassermann AG mit dem WAY-Konzept. Nach den vertraglichen Vereinbarungen konnte im April 2002 die Umsetzung des Planes gestartet werden. Das Projekt erhielt den Namen "F-chain" um sämtliche Projektmitglieder aber auch die Mitarbeiter des Unternehmens, die nicht am Projekt direkt beteiligt waren, auf die Wichtigkeit der Veränderung aufmerksam zu machen und die Identifikation des Einzelnen damit zu verstärken. Im Mai 2002 wurde eine Leitstelle, als zentrale Stelle für das Projekt, geschaffen, welche mehr Transparenz schuf. Weiters wurde die Konfiguration des WAY Servers vorgenommen. Im Juni 2002 ging die geschaffene Schnittstelle zwischen dem Vorhandenen SAP System und WAY in Betrieb. Mit September 2003 wurde ein Datenabgleich vorgenommen und mit Jänner 2004 konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden.
Ergebnis
Als Ergebnis stellt sich nun eine Reduktion der Terminjäger von 24 auf 5 Mitarbeiter dar. Die Rückstände konnten von 40.000 auf >1000 produktive Stunden reduziert werden. Es wurde eine zentrale Leitstelle mit 8 Mitarbeitern (z.T. ehemalige Terminjäger) geschaffen und nun ist jederzeitige Einsicht auf die Kundenprojekte im Detail möglich. Die Möglichkeit zur prospektiven Simulation wurde geschaffen und die Arbeitsplätze werden mit einem Frontendmodul sehr benutzerfreundlich und graphisch unterstützt gesteuert. Die Termintreue wurde auf 98% und die Produktivität um 9% gesteigert. Die Bestände konnten um 17% gesenkt werden und die Investition hatte sich in weniger als 24 Monaten amortisiert. Die Transparenz über alle Prozesse ermöglicht die Einhaltung von dynamischen Kundenterminen und eine effektive Kapazitätsbewirtschaftung. Eventuelle Planungsveränderungen (z.B.: durch Vorziehen von Lieferterminen) sind innerhalb von 24 Stunden beim jeweiligen Arbeitsplatz in der Produktion sichtbar. Die graphische Darstellung der Prozesse sowie entsprechende Tools im WAY ermöglicht eine zeitverzugslose Simulation der Auswirkungen von Kundenprojektverschiebungen oder -veränderungen. Der Abbau aller Rückstände in der Planung entlastet die operative Leistung der Produktion. Erhöhung der Transparenz und die geschaffene direkte Kommunikation ermöglichte den Abbau von bestehenden Hierarchieebenen wodurch eine Kostensatzsenkung (auf Grund erhöhter Produktivität) von bis zu 15% erreicht werden konnte. Als einer der Hauptvorteile wird die Schaffung der Leitstelle betrachtet, welche die Verantwortung an einem zentralen Ort bündelt und für mehr Transparenz im Unternehmen sorgt.
Arbeitsstunden
keine Angaben
Projektleitung
Hr. Reinhard Flückiger
Unternehmen
Oerlikon Contraves AG, http://www.oerlikoncontraves.ch/
Wassermann AG, http://www.wassermann.com/en/corporate.php
Kontakt
Administrator, petra.prammer(at)vnl.at
Bereich
Produktion
Themenfeld
Systeme &Tools


